Mit dem Jahrgang Musicalisches Lob Gottes legte Telemann sein wohl ambitioniertestes und aufwändigstes Druckprojekt vor: Der Jahrgang wurde als Partiturdruck in Kupfer gestochen - vollstimmig und in der damals teuersten Druckmethode. Für den Jahrgang bat er den von ihm hochgeschätzten Hamburger Pastor und Textdichter Erdmann Neumeister, die Texte zu verfassen. Telemann kannte Neumeister vermutlich bereits seit seinen Studientagen in Leipzig, beide wirkten in Sorau und er hatte mit ihm bereits 1710/11 (Geistliches Singen und Spielen, GSuS1), 1713/14 (Französischer Jahrgang, FranzJ) und 1716/17, bzw. 1720 (Concerten-Jahrgang, ConcJ) zusammengearbeitet. Mehr oder weniger parallel arbeiteten beide am Lied-Jahrgang (LiedJ), der wohl 1743/44 aufgeführt wurde. Da davon auszugehen ist, dass die Erstaufführung der zunächst geplanten 69 Kirchenmusiken mit dem ersten Advent 1741 startete, muss Neumeister die Texte im Laufe desselben Jahres konzipiert und gedichtet sowie Telemann die Komposition seiner Kirchenmusiken begonnen haben. Telemann machte Neumeister konkrete Vorgaben bezüglich der Textstruktur, so dass die einzelnen Kirchenmusiken einheitlich gestaltet sind: Auf ein Dictum folgt ein Choral, dann ein Rezitativ und eine Arie. Ein weiterer Choral führt zu einer Arie; die Wiederholung des Dictums bildet den Schluss. Ein wesentliches und charakteristisches musikalisches Element des Musicalischen Lob Gottes sind die vielfältigen kontrapunktischen Techniken, die die Dicta wie ein roter Faden durchziehen.